2013/3/26-30 WSF Gratuité, comuni virtuosi, coproducers

Wie immer auf dem Weltsozialforum gab es auch in Tunis tausende von Veranstaltungen von tausenden Organisationen mit zehntausenden von Teilnehmern. Es ist also aussichtslos, einen Überblick zu bekommen, geschweige denn einen zu geben. Deshalb greife ich einfach Veranstaltungen heraus, die gut zu meinen eigenen Erfahrungen und Plänen passen.
Z.B. „Mediterranean cities for the management of public goods and services“.
Da wurden u.a. die Erfahrungen in Aubagne (Südfrankreich) mit einem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr vorgestellt. Eben dieser war vor kurzem Gegenstand unseres „Kreises der kritischen Wachsamkeit“ in Berlin, wo Sylvie eine Reihe einschlägiger Artikel zu diesem Thema aus Le Monde Diplomatique vorstellte. In Aubagne hat er zu einer deutlichen Zunahme der Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsmittel geführt – mit entsprechender Abnahme von Privatverkehr, Spritverbrauch, Straßen- und Umweltbelastung. Die Vorteile der gratuité sind damit aber nicht zu Ende. Es gibt z.B. eine Reihe von internen Einsparungen und eine diskriminierungsfreie Unterstützungen ärmerer Bevölkerungsschichten, die den öffentlichen Verkehr überproportional nutzen. Andere Orte in Frankreich und die belgische Stadt Hasselt folgen auch diesem Modell.

Eine andere Form der sozialökologischen Gestaltung von Städten oder kleineren Orten sind die comuni virtuosi in Italien, die vergleichbar den Transition Towns versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verbessern, d.h. zu verkleinern. Auch sie würden gern den öffentlichen Verkehr kostenlos machen, sind aber meist zu klein, um dafür zuständig zu
sein. Sie konzentrieren sich daher in der Praxis meist auf die Wasserproblematik und die Abfallbehandlung und -vermeidung. Ihr Ziel ist ein neuer umweltschonender gemeinschaftlicher Lebensstil. Vor wenigen Jahren in vier Gemeinden begonnen sind es jetzt schon über siebzig.

Eine Veranstaltungsfolge zur Solidarischen Ökonomie war organisiert von Ripess, u.a. von Jason Nardi, schon vertraut von unserem Kasseler Forum. Hauptthemen waren Vernetzung, Wertschöpfungsketten und die Idee des Coproducers, des kritischen und engagierten Konsumenten in direktem Kontakt mit dem Produzenten z.B. von landwirtschaftlichen Produkten. Die Idee kenne ich auch schon von Slow Food. Sie scheint sich in Italien gut zu verbreiten.

Bei Via Campesina wieder beeindruckend die hautnahen weltweiten Erfahrungsberichte aus dem bäuerlichen Leben, von Arbeitskämpfen in der indischen Landwirtschaft über die Probleme in extrem ariden Gebieten des algerischen Hochlandes zur Situation einer ruandischen Bäuerin im algerischen Flüchtlingslager.

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